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ATP Monte Carlo: Stanislas Wawrinka gewinnt seinen ersten Masters 1000 Titel

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Stanislas Wawrinka gewinnt seinen ersten Tennis Major-Titel mit dem Sieg an den Rolex Masters in Monte-Carlo. Er schlägt Roger Federer in einem packenden Final mit 4:6, 7:6(5) und 6:2.


Stanislas Wawrinka reisst nach zwei Stunden und sechzehn Minuten, nach kurzem zögern, die Hände in die Höhe und jubelt. Es ist geschafft, er durchbricht die absolute Masters-Dominanz der Top 4 im Tennis und gewinnt seinen ersten Major-Titel. Mit viel Respekt läuft er einem dieser grossen 4 entgegen. Er umarmt seinen Freund und Gegner, Roger Federer und zollt ihm auch bei der Siegesrede grossen Respekt. "Das Tennis hat Dir so viel zu verdanken und Du bist der Grösste Spieler aller Zeiten". Tröstende Worte für Federer, der es auch im vierten Anlauf nicht geschafft hat, das ATP-Masters von Monte-Carlo zu gewinnen.

 

Wawrinka scheint sich wirklich bei den ganz grossen festsetzen zu können. Mit einer Niederlage wäre er als Schweizer Nummer 1 und als ATP-Nr. 3 abgelöst worden aber diesem Druck konnte er widerstehen und nach 36 Masters-Siegen in Serie von Novak Djokovic, Rafael Nadal, Roger Federer oder Andy Murray auch diese Dominanz beenden. Die ATP 1000 Masters sind wie die Grand-Slam Turniere fast unmöglich zu gewinnen. Hier muss alles stimmen und man muss mindestens zwei Top 10 Spieler auf dem Weg zum Titel bezwingen. Einer der bezwungenen, Milos Raonic, sass heute auf der Tribüne und sah sich das tolle Match an. Ebenfalls auf der Tribüne, neben vielen Champagner trinkenden Schönen und Reichen, der US-Designer Tommy Hilfiger und die Royals von Monaco mit Sportfan Prinz Albert und seiner Gattin Charlene.

 

Das Setting hätte für den ersten Schweizer ATP Final seit Marc Rosset gegen Roger Federer im Jahre 2000 nicht besser sein können. Der damals 18-jährige Federer unterlag Rosset in Marseille und heute musste er sich erneut in Monte-Carlo Stan Wawrinka geschlagen geben. Fünf Wochen vor den French-Open sind beide Spieler in Topform und lassen die Schweizer Tennisfans hoffen. Federer muss sich sicherlich einige Gedanken machen, da er zur Zeit die grossen Finals nicht gewinnen kann und ihm immer wieder einer der Top 10 Spieler vor der Sonne steht. Er zaubert nach wie vor und kann über eine gewisse Zeit dominieren aber noch nicht bis ganz zum Schluss. Federer lag auch heute mit einem Satz und Break im Zweiten vorne und musste sich dennoch geschlagen geben.

 

Allerdings muss man dazu sagen, dass heute wohl keiner Wawrinka gestoppt hätte. Stan brauchte zwar eine gewisse Zeit um in den Rhythmus zu kommen aber als er zur Mitte des zweiten Satzes eingespielt war, gab es kein halten mehr. Interessanterweise zeigte die Statistik ein kurioses Bild. Mehr Winner und Asse für Stan im ersten Satz aber auch der Verlust des selben. Im zweiten hatte Federer seine Asse und viel mehr Winners, musste diesen aber abgeben. Es waren auch heute nur Nuancen aber vor allem im Tie-Break des zweiten Satzes zeigte Wawrinka einige Traumschläge. Einer davon, ein Backhand-Smash-Stoppball mit dem Rücken zum Netz wurde von der ATP als Shot of the week ausgezeichnet. Stan produzierte einen Traumschlag den es eigentlich gar nicht gibt.

 

Im dritten Satz schaffte es der Romand sogar den grossen Champion Roger Federer zweimal zu breaken und einen ganzen Satz lang zu dominieren. Zur Zeit gelingt es nur Wawrinka den Top 4 im Tennis sein Spiel aufzuzwingen. Raonic, Dimitrov, Isner und wie sie alle heissen werden nach wie vor von Nadal, Djokovic, Federer und Murray dominiert und kommen ab und an zu Chancen. Wawrinka kann sie alle dominieren und gilt spätestens jetzt als ganz heisser Kandidat für die French Open und den weiteren Verlauf der Saison. Wie bereits erwähnt hat er auch die Chance auf die ATP Nr. 1 und alleine für dies lohnt es sich weiter hart zu arbeiten und zu kämpfen....und natürlich auch für die halbe Million US Dollars, die er von Monte-Carlo nach Hause nehmen darf.

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