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Das US Open 2014 war die 133. Auflage des grössten Tennisevents der Welt.

  • Zeitraum: 25. August 2014 - 08. September 2014
  • Belag: Hartplatz
  • Preisgeld: $40'851'760 als Potential und $38'251'760 als Basis Kompensation
  • Ort: USA Flushing Meadows, Queens, New York, USA.
  • Ausrichter: USTA Billie Jean King National Tennis Center.
  • Gewinner (Einzel): Herren: Croatia Marin Cilic; Damen: USA Serena Williams
  • Gewinner (Doppel): Herren: USA Bobby and Mike Bryan; Damen: ru Ekaterina Makarova und Elena Vesnina

 

Beschrieb:

us openDie US Open oder wie die Veranstalter auf der Webseite schreiben „nothing beats being here“ was so viel heissen soll wie „nichts ist mit einem Besuch New York zu vergleichen“. Für die Fans ist ein Tennisspieler erst dann in der höchsten Liga angekommen, wenn er die US Open gewonnen hat. Dies war sogar bei Roger Federer so. Er hatte schon Grand Slams gewonnen, im Final gegen Andy Roddick nur ganz knapp verloren und doch waren die Amerikaner noch nicht vom Schweizer und seinen Künsten überzeugt, denn Federer hatte es ja noch nicht in New York geschafft. Federer siegte an den US Open und wurde zum Megastar und er gewann die US Open dann gleich fünfmal in Folge und ist somit zusammen mit Jimmy Connors und Pete Sampras Rekordtitelhalter bei den Herren.

 

Das vierte Grand-Slam Turnier des Jahres ist also nicht irgendein Turnier oder ein normaler Sportanlass in den USA. Es ist etwas vom grössten was der Amerikanische Sport zu bieten hat. Über 22'000 Fans flippen auf dem Center Court regelrecht aus und der Lärmpegel ist konstant hoch. Federer sagte mal nach einem Turniersieg in Cincinnatti auf die Frage was denn in New York anders sei, dass die einfach „crazy“ sind „over there“.

 

Wawrinka bemerkte auch einmal, dass es sogar einem Top 20 Spieler passieren kann, dass er auf einem kleineren Platz spielte und direkt nebem ihm Würste für einen Hot Dog gebraten werden. Zudem quatschen die Leute andauernd und nehmen kaum Rücksicht auf die Spieler auf dem Platz. Murray oder Federer welche stets hochkonzentriert auf ihrem Stuhl sitzen, müssen immer wieder laut lachen wenn sie auf den Video-Wänden die Leute sehen, wie einer wie wild tanzt, andere Grimassen schneiden oder sich einfach selbst feiern. Aus diesem Grunde ist ein Djokovic auch sehr beliebt bei den Fans an den US Open. Er macht diese Show mit, parodiert und unterhält und ist ein Teil des Spektakels. Dies war auch bei Boris Becker so und natürlich bei John McEnroe. Die Leute lieben Spieler mit Charakter, mit Ecken und Kanten aber natürlich auch Spieler die gewinnen, die andere dominieren und erfolgreich sind und deshalb kommen auch immer tausende vor dem Turnier nach Manhattan um Federer bei Roadshow-Events zu sehen.

 

Manhattan dient als Kulisse, gespielt wird aber in Queens genauer gesagt am USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows. Die Namensgeberin Billie Jean King ist eine ehemalige US-amerikanische Tennisspielerin, welche 12 Grand-Slam Turniere gewann,  vier davon an den US Open und heute 69 Jahre alt ist. Sie wurde auf die Liste der 100 wichtigsten US-Amerikaner des 20. Jahrhunderts gewählt und hatte während eines Tennisspiels über 30'000 Zuschauer, dem damals sehr bekannten Show-Spiel „Battle of the Sexes“ wo sie gegen den damals 55-jährigen Bobby Riggs gewann. Wenn ihr euch also fragt ob Frauen gegen Herren überhaupt eine Chance hätten, hier die Antwort. Der Vergleich würde wohl etwas hinken wenn man Andy Murray gegen Maria Sharapova spielen lässt.

 

Im Jahr 1881 wurden zum ersten Mal die U.S. National Championships bei den Herren ausgetragen. Die Damen hatten 1887 ihren ersten Ernstkampf. Die ersten Austragungen fanden nicht in New York, sondern in Newport, Rhode Island, statt. Dort wurde im 2013 Martina Hingis in die Hall of Fame aufgenommen und der Ort dient als Austragungsstätte für das ATP-Turnier von Newport. 1915 zog man nach Queens um aber zuerst in den West Side Tennis Club, wo das Turnier sehr lange ausgetragen wurde.

 

Seit 1978 ist man im wenigen Kilometer weiter entfernten Flushing Meadows zu Hause. Zuerst diente das zweitgrösste Stadion „Louis Armstrong“ mit 9600 Plätzen als Center Court, bis dann das sehr bekannte „Arthur Ashe Stadium“ mit 22'547 Sitzplätzen gebaut wurde und zum Center Court wurde. Es ist das grösste Tennisstadion der Welt, das lauteste, lebhafteste und das mit den begeisterungsfähigsten Zuschauer auf der Tour. Gespielt wird auf einem Hartplatz. Das Louis Armstrong Stadion ist nach dem weltbekannten Jazztrompeter und Sänger benannt, welcher bis zu seinem Tod in New York lebte. Das Arthur Ashe Stadion ist benannt nach dem berühmten US-amerikanischen Tennisspieler Arthur Robert Ashe Jr, welcher ebenfalls in New York lebte und Berühmtheit erlangte, als erster dunkelhäutiger Tennisspieler, welcher für das Daviscup-Team der USA nominiert wurde.

 

Wichtig ist an den US Open auch, dass das Herrenfinale am Sonntag und das Damenfinale am Samstag gespielt werden kann und somit auch Platz ist für einen Super-Saturday. Ein Samstag an welchem neben dem Damenfinal auch die Herrenhalbfinals stattfinden. Ein Sporttag an welchem die Amerikaner sich und ihren Sport zelebrieren können, Millionen an Werbegelder fliessen und die Quoten in Rekordhöhen schnellen. In den letzten Jahren machte der Regen aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung und der Herrenfinal musste am Montag ausgetragen werden. Auf Wunsch der Spieler hält man nun immer den Final am Montag ab und der Super-Saturday gehört der Geschichte an. Die Amerikaner sind aber innovativ und clever und ihre Marketinggenies finden auch dieses Jahr wieder Möglichkeiten den Anlass optimal zu vermarkten.

 

Rekordsieger vor der Open Era waren Richard Sears (1880er), William Larned (1910er) und Bill Tilden (1920er) mit sieben Siegen! Es muss aber erwähnt werden, dass der Titelverteidiger direkt für den Final qualifiziert war und somit konnte Sears sieben Mal in Folge gewinnen. Dieser Modus ist natürlich überholt und darum ist der Respekt für die fünf Siege von Connors, Sampras und Federer umso höher. Bei den Damen gewann die US-Amerikanerin Molla Mallory acht Titel zwischen 1915-1926. Nach 1968 war Chris Evert mit sechs US-Open Titeln die erfolgreichste Tennisspielerin im Einzel an den US Open. Die US-Amerikanerin Serena Williams gewann die US Open fünf mal (1999, 2002, 2008, 2012, 2013) und könnte in diesem Jahr den Sieg zum dritten Mal hintereinander feiern.

 

Die Deutsche Steffi Graf gewann die US-Open fünfmal und stand weitere drei mal im Finale. Den ersten Titel gewann Steffi Graf 1988 und beendete damit als erst zweite Person der Geschichte einen Kalenderjahr-Grand-Slam, eine sensationelle Leistung. Boris Becker gewann 1989 die US-Open und Philipp Petzschner gewann 2011 im Herrendoppel zusammen mit dem Österreicher Jürgen Melzer. Für die Schweiz gewann neben Roger Federer Martina Hingis zweimal die US-Open, einmal im Einzel 1997 und einmal im Doppel 1998. Hingis stand noch zwei, weitere Male im Einzelfinal der US-Open. Heinz Günthardt gewann gemeinsam mit Martina Navrátilová das Mixed-Doppel der US Open und er stand einmal im Herren-Doppelfinale.

 

Für die Austragung 2014 galten erneut die üblichen Favoriten bei den Herren, sowie auch bei den Damen. Einzig die Absage von Rafael Nadal trübte die Stimmung der Tennisfans und der Veranstalter. Es ist enorm schade, dass der Spanier nicht rechtzeitig wieder fit geworden ist. Nadal konnte somit seinen Titel vom Jahr 2013 nicht verteidigen.

 

Demzufolge wäre Novak Djokovic der logische Favorit. Dies auch weil er in diesem Jahr zum fünften mal hintereinander im Final stehen könnte aber Djokovic schwächelte etwas während der US Open Series. Weder beim Rogers Cup in Toronto, noch bei den Western & Southern Open in Cincinnati konnte der Serbe ein gutes Resultat ausweisen. Doch mit Djokovic ist immer zu rechnen. Bei seinem Video vom ALS Icebucket-Challenge tanzte er zu Ice Ice Baby und war in bester Laune und toller Stimmung. Mit Nole ist definitiv immer zu rechnen und er wurde auch erst im Halbfinal von Kei Nishikori gestoppt.

 

Ebenfalls zu den Favoriten gehörte Andy Murray obwohl auch er nach seinem US Open Sieg 2012 keine Stricke mehr zerreissen konnte. 2012 war sein Jahr mit Olympia-Titel und US Open Triumph und 2013 spielte er weiter auf sehr hohem Niveau aber in diesem Jahr läuft beim Schotten nicht viel zusammen. Er ist in der ATP Rangliste aus den Top 10 gefallen und hatte in Cincinnati gegen Federer keine Chance und beim US Open war im Viertelfinal gegen Novak Djokovic Schluss. Murray muss um eine Teilnahme für das World Tour Finale zittern.

 

In super Form war Roger Federer. Er spielte souveräne US Open und zeigte bei der Partie gegen Gael Monfils was in ihm steckt. Er drehte zum neuten Mal in seiner Karriere eine 2:0 Satzrückstand und gewann schlussendlich noch. Im Halbfinal hatte er dann gegen den späteren Sieger Marin Cilic keine Chance.

 

Sein Landsmann Stan Wawrinka hatte nach seinem Australien Open Titel auf und abs und zählte nicht direkt zu den Top-Favoriten. Doch wenn der Romand einen Lauf hat, ist er sehr schwer zu bremsen. Das Schweizer Duo wird durch einen weiteren Schweizer ergänzt. Der Basler und Jugendfreund von Roger Federer, Marco Chiudinelli schaffte es durch die Qualifikation und stand ebenfalls im Hauptfeld der US Open. Ein toller Triumph für den "Oldie" und es ist ihm zu wünschen, dass er weitere Siege erringen kann. Wawrinka scheiterte im Viertelfinal an Kei Nishikori und Chiudinelli schied ebenfalls früh aus.

 

Jo-Wilfried Tsonga galt nach seinem Rogers Cup Titel, wo er mit Djokovic und Federer kurzen Prozess machte, ebenfalls zu den Favoriten. Grigor Dimitrov und Milos Raonic konnten ebenfals vorne mitmischen und auch der Dauerbrenner David Ferrer hatte in Cincinnati und beim US Open gezeigt, dass mit ihm jederzeit zu rechnen ist. Die Amerikaner hofften natürlich auf die vielen Athleten aus dem eigenen Land, doch sie konnten erneut keine Stricke zerreissen. Wir prophezeiten bereits, dass Kei Nishikori eine grosse Überraschung sein kann und behielten recht. Nishikori wurde erst im Finale durch Cilic ausgebremst.

 

Gratulation an Marin Cilic zum Sieg an den US-Open und zu seinem 1. Grand-Slam-Titel.

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