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Davis Cup: Doppelniederlage für die Schweiz

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Die Davis-Cup Doppelpartie geht etwas überraschend mit 6:4, 7:6(5), 2:6, 7:6(6) an Kasachstan. Damit liegt die Schweiz mit 1:2 hinten und braucht Morgen Sonntag zwei Einzelsiege von Wawrinka und Federer.


Stanislas Wawrinka und Roger Federer waren für die Doppelpartie leicht zu favorisieren. Sie sind Olympiasieger im Doppel und hatten in Indian Wells eine starke Vorstellung gezeigt. Die Kasachen Andrey Golubev Doppel ATP 161 und der Mann mit dem ruhmreich klingenden Namen Oleksandr Serhijowitsch Nedowjessow Doppel ATP 126 waren auf dem Papier die klaren Aussenseiter. Schaut man allerdings auf das Davis Cup Ranking so liegt die Schweiz nur mit wenigen Punkten auf Platz 9 vor Kasachstan auf Platz 10.

 

Zudem hatten die Kasachen noch kurzfristig ihren Top-Spieler Golubev anstelle von Korolev für das Doppel nachnominiert und das zeigte sich als Glücksgriff. Golubev spielte enorm konstant und zeigte eine ganz starke Leistung. Trotzdem gefiel uns sein Partner und wir müssen seinen Namen einfach nochmals ganz ausschreiben, Oleksandr Serhijowitsch Nedowjessow, noch etwas besser. Ehrlicherweise hatten wir vorher nichts von ihm gehört und ihn auf keiner Liste aber seit heute hat er sich ins Schweizer Tennisgewissen gebrannt und dies auch zurecht. Nedovyesov ist im Single Ranking die ATP Nr. 76 und somit kein Spieler jenseits eines guten Rankings.

 

Wie die beiden Kasachen vor dem euphorischen Genfer Publikum ruhig bleiben und ihr Spiel durchziehen konnten, war beeindruckend. Sie machten alle wichtigen Punkte, gewannen beide Tie-Breaks und konnten im zweiten Satz beim Stande von 2:5 und 0:30 den Satz noch drehen. Dies wohlgemerkt gegen die ATP Nr. 3 und ATP Nr. 4 welche sich ja bekanntlich auch die Unterlage aussuchen konnten. Dies vor allem auf Anraten von Stan Wawrinka hin. Beim Davis Cup Fight damals gegen die USA wählte man Sand da Wawrinka auf dieser Unterlage die besten Resultate erzielte. Prompt verlor Federer gegen Isner und auch Wawrinka konnte keine Stricke zerreissen. Er verlor damals in fünf Sätzen gegen Mardy Fish, welcher alles andere als ein Sandhase ist. Man schied aus. Jetzt wählte man Hartplatz, da Wawrinka am Australian Open auf dieser Unterlage keinem Gegner einen Stich liess und dies auch für Federer eine gute Wahl ist und jetzt sind die Kasachen auf Hartplatz wieder besser. Irgendetwas stimmt hier nicht.

 

Die Aufschläge sind zentral auf Hartplatz und man hat klar unterschätzt welch gute Aufschläger die Kasachen sind. Zudem ist es entscheidend wie gut man volleyiert, da die Bälle nur kurz im Spiel sind, tief wegspritzen und schnell sind. Und auch hier musste man seit den Turnieren in Amerika feststellen, dass Wawrinka am Netz seine Sicherheit verloren hatte. Federer schlug gut auf aber der Punkt konnte nicht gemacht werden, da Stan leider die Volleys verschlug oder nur als Vorlage ins Feld legte. Die Partie heute war aus Schweizer Sicht zu vergessen. Wawrinka wollte so viel, er wollte seinem Heimpublikum die grosse Show zeigen. Er hatte sich wohl sehr viel Druck aufgeladen. Sein Freund Roger Federer lässt ihn aber nicht im Stich und war jederzeit aufmunternd zur Seite.

 

Wawrinka und Federer spielten phasenweise auch richtig gut aber die Kasachen wuchsen über sich hinaus. Genau das muss Morgen von den Schweizern herkommen. Wenn Wawrinka vielleicht nicht jeder Traumschlag gelingt, dann muss er sich in die Partie reinfressen. Er muss noch mehr laufen, kämpfen und versuchen sich mental an die Siegermomente zu erinnern. Er kann das und er hat das oft gezeigt. Die negative Kritik die jetzt auf ihn reinprasselt muss er akzeptieren und sogleich wegstecken. Morgen kann er sich wieder unsterblich machen. Es liegt an ihm. Er beginnt mit dem Einzel und Federer wird nur zum Einsatz kommen wenn Wawrinka gewinnt.

 

Im ersten Einzel ab 13:30 Uhr trifft Stanislas Wawrinka auf Mikhail Kukushkin und wird hoffentlich zum 2:2 ausgleichen können. Danach erhoffen wir uns die Einzelpartie zwischen Roger Federer und Andrey Golubev, welche dann die Palexpo Halle in ein Tollhaus verwandeln wird. Federer könnte dann das entscheidende 3:2 erspielen. Es ist also noch alles drin für den Einzug ins Davis Cup Halbfinale. Die Schweizer müssen sich sagen, dass die Chancen so gut sind wie selten. Spanien ausgeschieden, Serbien ebenfalls und die USA auch draussen. Die Titelverteidiger sind allerdings schon durch. Tschechien steht nach dem 3:0 bereits als erster Halbfinalist fest. Alle Auswärtsteams führen nach zwei Tagen Davis Cup Tennis.

 

Die Davis Cup Übersicht:

 

Japan vs. Tschechien: 0 - 3

Frankreich vs. Deutschland: 1 - 2

Italien vs. Grossbritannien: 1 - 2

Schweiz vs. Kasachstan: 1 - 2

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