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Belinda Bencic gewinnt sensationell in Wimbledon

 

Die Schweizerin Belinda Bencic gewinnt sensationell den Juniorenfinal des Grand-Slam Turniers von Wimbledon!

 

Belinda Bencic schaffte was zuletzt Martina Hingis 1994 gelang und sie ist nun bereits zweifache Junioren-Grand-Slam Gewinnerin. Nach Roland Garros gewinnt sie auch das wichtigste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt in Wimbledon. Ein grossartiger Triumph für die 16-jährige Schweizerin und auch für das Schweizer Tennis. Auf Bencic lastete ein gewisser Druck aus der erfolgsverwöhnten Tennis-Schweiz und sie wurde diesem Druck gerecht und beschenkte uns doch noch mit einem freudigen Tenniserlebnis an dem Tag wo sich Roger Federers erster Sieg in Wimbledon zum zehnten Mal jährte. Bencic bezwingt Townsend mit 4:6, 6:1, 6:4 und bestätigt sich als Nummer 1 der Juniorinnen.

 

Die als Nummer 5 gesetzte, 17-jährige Amerikanerin stammt aus Chicago, lebt und trainiert aber schon länger in Baco Raton in Florida. Taylor Townsend gewann die Junioren Australian Open 2012 und war die erste Amerikanerin seit Gretchen Rush 1982 welche sich Nummer 1 zum Jahresende nennen durfte. Die Schweizerin, welche danke ihrem Sieg an den French Open, die Kroatin Ana Konjuh als Nummer 1 der Welt ablöste war in diesem Final leicht zu favorisieren, wusste aber, dass es ein grosses Stück Arbeit werden wird die Amerikanerin zu bezwingen. Sie trafen sich bereits im Viertelfinal der French Open wo Bencic erst im dritten Satz mit 9:7 die Partie für sich entscheiden konnte.

 

Im ersten Satz versuchte die kräftige Amerikanerin Townsend Belinda Bencic regelrecht zu überrollen und schaftte dies auch mit viel Variation im Spiel und harten und präzisen Vorhandschlägen. Schnell hatte Townsend viel mehr Winner geschlagen und führte mit 4:0 und später mit 5:1. Einzig bei den Challenges mit dem Hawk-Eye hatte Bencic das bessere Auge und sie wusste je länger das Spiel geht, desto eher liegen die Vorteile auf ihrer Seite. So war es ihr auch recht, dass das siebte Game über 15 Minuten dauerte. Leider verlor sie dieses, konnte aber danach doch noch ein Break verbuchen und schlussendlich auf 4:5 verkürzen. Die Break-Quote von 1:11 war aber definitiv zu schlecht und somit konnte Townsend den ersten Satz doch noch mit 6:4 gewinnen. Das Momentum rutschte dennoch auf die Seite von Bencic und sie kam immer besser ins Spiel und fasste den Tritt für die nächsten Games.

 

Im zweiten Satz begann erneut Bencic mit dem Aufschlag und sie konnte ihn diesmal halten. Es kam sogar noch besser und sie nutzte die zweite Breakchance und erhöhte den Score auf 2:0 mit einem wunderschönen Passierschlag cross-court. Belinda Bencic war nun auf der Höhe und liess ihre Gegnerin laufen. Townsend spielte nach wie vor viele Variationen mit serve and volley, chip and charge und harten Vorhandschlägen aber Bencic zeigte wie gut ihre Fitness ist und das es sich auszahlt mit dem Physiotherapeuten um die Welt zu reisen. Sie hat sehr schnelle Füsse, ist enorm wendig und kann aus vollem Lauf heraus die besten Passierbälle schlagen. Kurz sie hatte auf jede Ansage von Townsend die perfekte Antwort und lag schnell mit 3:0 in Führung.

 

Townsend hatte dann noch eine gute Waffe und dies war der klassische Linkshänder-Aufschlag mit welchem sie Belinda oftmals überlisten konnte. Townsend hatte jetzt mehr Mühe ihre Aufschlagspiele durchzubringen, verkürzte aber auf 3:1 und Bencic war jetzt gefordert den Aufschlag zu halten. Denn jetzt kam immer mehr Dramatik ins Spiel und beim vermeintlichen Breakpunkt von Townsend verlangte Bencic eine Challenge und lag wiederum richtig. Bencic wehrte zwei Breakbälle ab und zog mit 4:1 davon. Sie war im zweiten nun nicht mehr zu bremse und breakte ihre Gegnerin erneut und gewann den zweiten Satz schlussendlich klar mit 6:1. Im Gegensatz zum ersten Satz wo sie noch 1 von 11 Breakbällen gewann, waren es jetzt 2 von 3 Breakbällen und auch sonst zeigte die Statistik ein deutlich freundlicheres Bild.

 

Der Start des dritten Satzes verlief dann wieder ausgeglichen und beide Spielerinnen konnten ihre Aufschlagspiele durchringen. Doch bereits im dritten Game hatte Bencic wieder Breakchancen, vergab jedoch alle und Townsend konnte den Aufschlag halten. In dieser Phase des Spiels, nach 1h 49 Minuten, war es enorm wichtig der Amerikanerin keinen Auftrieb zu geben und früh eine Entscheidung herbei zu führen. Doch es kam leider anders und Bencic verlor ihr Aufschlagspiel zu null und lag 3:1 zurück. Townsend hatte nun alles im Griff, doch gerade als sie zum 4:1 aufschlagen konnte, machte sie einen Doppelfehler und brachte Bencic ins Game zurück. Belinda Bencic hatte wiederum Breakbälle und den dritten konnte sie glücklicherweise nutzen. Es war insgesamt die zwanzigste Breakchance und wohl die wichtigste des gesamten Turniers. Bencic war zurück und verkürzte dank des Re-Break auf 2:3. Nach zweit Stunden war die Partie so richtig lanciert und konnte mit dem Damenfinal zwischen Bartoli und Lisicki definitiv mithalten.

 

Belinda Bencic gewann das nächste Game zu null und glich auf 3:3 aus, doch auch Townsend konnte ihren Service durchbringen und wieder mit 4:3 vorlegen. Bencic blieb aber dran, blieb konstant und schloss den Ausgleich zum 4:4 mit einem Ass ab. Dann rollte der Bencic-Express und beim matchentscheidenden Break zum 5:4 liess sie der Amerikanerin keinen Punkt zu. Sie startete mit einem Ass und es ging in diesem Stile weiter, 30:0, 30:15, 40:15, 40:30, Championship-Point und SIEG. Die grossartige Belinda Bencic feierte den unglaublichsten 35. Sieg in Folge auf der Juniorinnentour und auch den Wichtigsten! Sie genoss die Siegerehrung, verteilte gekonnt noch ein paar Autogramme und wusste wohl in diesem Moment, dass es das wohl gewesen ist mit der Juniorentour. Bereits das nächste Turnier kommende Woche in Bastad (Schweden) ist eines der Profi-Tour und Belinda ist bei den Profis angekommen.

 

Tennis-Live.ch bleibt weiterhin dran und freut sich mit dem ganzen Staff von Belinda Bencic über diesen heroischen Sieg in Wimbledon.

 

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