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Wie Technologie den Tennissport revolutioniert hat

Nicht immer erscheint das Tennis Aussenstehenden als besonders innovativer Sport, denn Turniere wie Wimbledon setzen in einem hohen Masse auf Tradition. Dennoch macht die technologische Entwicklung auch nicht vor dem Tennissport halt. Ein Blick auf die Entwicklungen.

 

Weiterentwicklung auf allen Ebenen

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Während der letzten Jahrzehnte hat sich das Tennis für Spieler, Verantwortliche sowie Fans sehr verändert. Der Hauptgrund dafür ist die technologische Arbeit, die in den Sport eingeflossen ist. Die Rackets werden schon lange nicht mehr wie früher aus Holz hergestellt. Stattdessen werden seit den 80er Jahren Kompositschläger hergestellt, die aus Grafit, Titan und Karbonfasern bestehen. Diese sorgen für optimale Präzision und Kontrolle und liegen zudem gut in der Hand. Holz-, Metall- und schliesslich Kompositschläger zeigen die massive Entwicklung des Sports in den vergangenen Jahrzehnten auf: In den Anfängen des Sports spielten die Akteure noch mit blossen Händen, bevor schliesslich um das Jahr 1300 Holz-Paddel bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt wurden.

Auch der Tennisplatz selbst ist mittlerweile sehr flexibel geworden, so nutzen verschiedene Grand Slam Turnierausrichter unterschiedliche Bodentechnologien, um den Anforderungen gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür sind die US Open, für die Novak Djokovic bei Wettseite Betway mit einer Quote von 4,00 der grosse Favorit ist (Stand 14. Februar). Seit 1978 wird das gleiche Konzept für die Erstellung des Courts verwendet. Diese Konstruktion beinhaltet Akryl, Gummi, Silika-Material auf einer Asphalt- oder Betonschicht. Dennoch ging die Entwicklung seit den 70er Jahren stetig weiter und führte unter anderem zur seit 2008 bis heute bei den Australian Open genutzten Bauweise. In Ozeanien wird eine Mischung als Latex, Gummi und Plastikpartikeln genutzt, die unter einer akrylischen Plexipave Oberfläche liegen. Diese Oberflächen lassen sich beim Hersteller in unterschiedlichen Geschwindigkeiten einkaufen und passen sich damit stets den Gegebenheiten an.

 

Tracking-Technologien sorgen für detaillierteres und faireres Erlebnis

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Tracking spielt in immer mehr Sportarten eine zunehmend grosse Rolle. Beim Eishockey wird durch entsprechende Technologiepartner zum Beispiel das Bewegungsbild von einzelnen Spielern auf dem Eis aufgezeichnet. Dies ermöglicht eine noch tiefergehendere Analyse der Sportlerleistungen. Doch nicht nur die Teams, sondern auch die Fans freuen sich mindestens ebensosehr über diese zusätzliche Möglichkeit, ihren Lieblingssport noch näher zu verfolgen. Die Entwicklung im Tennis begann bereits in den 80er Jahren, als die sogenannte Cyclops Machine eingeführt wurde, die mit Infrarotstrahlen kontrollierte, ob ein Aufschlag im Feld landete oder eben nicht. Mittlerweile wurde sie bekanntlich vom Hawk Eye abgelöst, das seit 2006 noch deutlich zuverlässiger diese Aufgabe erfüllt. Die Bewegung des Balles wird komplett getrackt und lässt einen somit zu jedem Zeitpunkt bestimmen, wo er sich gerade befindet. Dies erfolgt mit einer durchaus beeindruckenden Präzision und einem durchschnittlichen Fehlerwert von 3,6 Millimetern. Egal, ob es also bei den French Open oder einem anderen ATP- bzw. WTA-Turnier zur Sache geht: Rund 30% der Challenges per Hawk Eye sind erfolgreich.

Neben der Technologie für ein faireres Spiel an sich existieren einige weitere Spielereien, die nicht unbedingt als notwendig angesehen werden müssen, jedoch trotzdem seit langer Zeit eine Daseinsberechtigung geniessen. Dazu gehört zum Beispiel die Messung der Aufschlagsgeschwindigkeit. Seit 1994 werden zur Messung dieser Zeiten normale Radargeräte genutzt. Entsprechend kommt den schnellsten Aufschlägen somit eine zusätzliche Bedeutung zu: Bei den Herren hält Samuel Groth den Rekord des schnellsten Aufschlags mit 263 km/h, aufgestellt bei einem Challenger-Turnier in Südkorea. Auf dem ATP-Turnier wurde dieser Wert bisher noch nicht erreicht. John Isner ist zwar bekannt für seine kräftigen ersten Bälle, doch über 253 km/h kam er bisher noch nicht hinaus. Dennoch ist der Rekord, gemessen durch die Radartechnologie, noch recht jung und stammt aus dem Jahr 2016. Den Frauenrekord für den schnellsten Aufschlag hält mit Sabine Lisicki eine Deutsche. Sie schlug 2014 auf der WTA-Tour mit 210,8 km/h auf.

 

Die Wichtigkeit des Momentums

Das Momentum ist vor allem eine im US-Sport gern genutztes Mass, um auszudrücken, wer in einem bestimmten Spiel momentan die Oberhand besitzt. Mit IBM PointStream lässt sich unter anderem genau diese Frage eindeutig klären. Mit einem Momentum-Meter werden alle Spielstatistiken zusammengefasst und schliesslich präsentiert. In ein ähnliches Raster fällt Keys to the Match, bei dem IBM über die letzten acht Saisons sämtliche Daten erfasst hat und für einen Spieler ein bestimmtes Profil erstellt, das zum Schlagen eines Gegners gefordert ist. SlamTracker ist eher für den Fan vor dem Bildschirm gedacht. Es handelt sich um eine Online-Anwendung, die sämtliche Ballwechsel aufzeichnet und statistisch verarbeitet.

Die Technologie nimmt im Tennissport eine immer wichtigere Rolle ein. Die verschiedenen Entwicklungen sind sowohl für den Spieler als auch die Zuschauer sehr positiv zu bewerten. Insbesondere mit zukünftigen Virtual Reality Technologien sollte eine noch tiefergehende Verfolgung des Sports möglich sein.

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