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US Open: Roger Federer nach Start-Schreck doch noch solide weiter

US Open

 

Roger Federer schlägt Marcel Granollers-Pujol in vier Sätzen mit 4:6, 6:1, 6:1, 6:1 und steht im Achtelfinal des US Open.

 

Der Maestro wurde zu Beginn seines 3. Runden-Spiels richtig geschockt. In voller Vorfreude auf die Begegnung gegen Marcel Granollers-Pujol schaute man den beiden beim Einspielen zu. Alles sah ruhig und locker aus und es viel nur auf, dass Granollers viel länger auf dem Platz stand um Services zu üben.

 

Anscheinend hatte sich das ausbezahlt, denn zu Beginn sassen seine Aufschläge und waren so beeindruckend, dass Federer im ersten Service-Game nur zuschauen konnte. Granollers legte los wie die Feuerwehr und führte schnell mit 1:0. Bei Aufschlag Federer ging es direkt so weiter.

 

Roger Federer sah keinen Ball und lag schnell 0:40 zurück. Doch dann kam erst der Tiefpunkt der Partie. Granollers haute der Turnier-Nummer 2 einen Returnwinner um die Ohren, das den Federer-Fans der Atem stockte. Das erste Break war bereits Tatsache und der Spanier machte einen äusserst soliden Eindruck.

 

Nachdem zwei weitere Aufschläge unerreichbar für Federer waren, sagte die Buchhaltung: 10:0 Punkte für Granollers! Man traute seinen Augen nicht und hoffte, dass sich der Schweizer bald fangen konnte. Dies merkte man auch den vielen Fans im Stadion an, denn sie bejubelten das 15:30 aus sich Federers und somit seinen ersten Punkt der Partie, wie einen gewonnen Satzball. Er verlor das Game trotzdem und es stand 0:3.

 

Der Himmel über New York verdunkelte sich um diesem Schauspiel noch mehr Gewicht zu verleihen. Granollers Schläge zischten wie die Blitze vom Himmel an Federer vorbei und das Drama des 1. Satzes nahm seinen Lauf. Die Blitze nahmen zu und man sah sie am Himmel im Sekundentakt. Man kennt solche Fehlstarts auch von Nadal, der es danach auch immer wieder schafft, alles noch zu drehen und auch Grigor Dimitrov verlor seinen ersten Satz gleich mit 0:6 um danach noch in vier Sätzen zu gewinnen und man vergisst oft, dass auf der anderen Seite ebenfalls Top-Spieler stehen. In diesem Fall mit Granollers ein ATP Nr. 20 Akteur.

 

Federer lag mittlerweile mit 5:2 hinten als der Hauptschiedsrichter auf den Platz kam und beiden Spielern mitteilte, dass es für sie zu gefährlich sei. Das Gewitter stand kurz bevor. Rasch verzogen sich beide Akteure in ihre Garderobe und Federer war Zeus für seine Blitze wohl ziemlich dankbar.

 

Die Zuschauer mussten ebenfalls das Stadion verlassen oder taten dies auch freiwillig und es gab eine zwei stündige Pause. Roger Federer kam entschlossen in die Night-Session zurück und brachte seine Aufschlags-Game nach Hause. Die Unterbrechung hatte anscheinend sehr gut getan, denn nun gelang dem Schweizer sogar sein erstes Break der Partie. Er war wieder da oder besser gesagt, war endlich im Spiel angekommen.

 

Wer nun allerdings auf eine komplette Wende im 1. Satz gehofft hatte, wurde enttäuscht. Granollers breakte Federer erneut und konnte seinen zweiten Satzball zum 6:4 nach 33 Minuten verwerten. Beflügelt von seiner tollen Leistung machte der Spanier dort weiter, wo er aufgehört hatte. Seine Aufschläge passten weiterhin perfekt und er lag auch im 2. Satz schnell mit 1:0 vorne. Es kam sogar noch besser, denn Federer immer noch leicht verunsichert, hatte schon wieder Breakbälle gegen sich. Spätestens jetzt wurden die Federer-Fans nervös.

 

Doch er ist eben doch ein grosser Champion. Irgendwie konnte er mental einen Hebel umschalten, sich wach rütteln und wieder sein bestes Tennis zeigen. Ab diesem Moment, also ab dem Moment als er mit einem Satz, einem Game und Breakbällen gegen sich, zurücklag, verlor er kaum mehr einen Punkt über das ganze Spiel.

 

Roger Federer glückte das 1:1, er breakte daraufhin direkt Granollers, bestätige das Break und machte in diesem Rhythmus weiter. Nach 37 Minuten sah man viele ungläubige Gesichter im Publikum, die das 6:1 des Schweizers bejubelten. Wahnsinn und das ist nur beim Tennis möglich. In praktisch jedem anderen Sport, wäre die Entscheidung gefallen gewesen.

 

Weil es so schön war, spielte Federer in der gleichen Taktik weiter, machte keine Fehler mehr und schlug seine gewohnten Winner. Er dominierte und Granollers reagierte. Für den Mann aus Barcelona ging es nun aber zu schnell. Seine 1.95m hatte er im 1. Satz so gut eingesetzt mit guten Aufschlägen und super Netzspiel und jetzt gelang ihm wiederum nichts mehr.

 

Der 3. Satz ging ebenfalls mit 6:1 an Federer und auch der 4. Satz wurde mit 6:1 entschieden. Für diese beiden Sätze brauchte Roger Federer nicht einmal eine Stunde. Das Spiel über vier Sätze kostete also nicht allzu viel Kraft aber vor allem viel Nerven. Auch die Pause musste für Federer wohl eine ziemliche Anstrengung im Kopf gewesen sein.

 

Der Favorit kam dennoch durch und gewann auch sein drittes Spiel gegen Granollers-Pujol. Im Achtelfinal trifft Roger Federer auf Roberto Bautista Agut. Der Spanier aus Castellon spielte noch nie gegen Federer und könnte für ihn ebenfalls mit grossen Überraschungen aufwarten. Der 26-jährige Bautista Agut spielt anders als seine spanischen Kollegen den Ball sehr flach über das Netz und versucht ebenfalls Druck zu machen.

 

Der Spanier ist noch ein Rang besser klassiert als sein Landsmann Granollers-Pujol und zwar auf ATP Nr. 19. Er gewann in diesem Jahr schon zwei Turniere, in Stuttgart und das Turnier von s'Hertogenbosh. Er spielt mit viel Power und wird sich das Spiel in dieser Nacht sehr genau angesehen haben. Er wird versuchen die Rückhand von Roger Federer zu massieren und dort auf Fehler zu hoffen. Wenn es wieder kräftigen Wind gibt, ist das immer eine gute Taktit gegen den Schweizer.

 

Heute um 22:00 Uhr Schweizer Zeit steht Stan Wawrinka im Einsatz und spielt seinen Achtelfinal ebenfalls gegen einen Spanier. Auf ihn wartet der Federer-Bezwinger vom letzten Jahr, Tommy Robredo.

 

Stay tuned am US Open!

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