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Lokalmatador Andy Murray kämpft sich in extremis weiter

Andy Murray schafft die Wende in extremis und schrammt haarscharf an einer bitteren Niederlage vorbei. Der Schotte welcher in Siegersituationen selbstverständlich ein Brite ist gewinnt den Viertelfinal gegen den Spanier Fernando Verdasco mit 4:6, 3:6, 6:1, 6:4, 7:5 und steht im Halbfinale seines Heimturniers.

 

Andy Murray startet gut in die Partie und gibt sofort den Ton an. Fernando Verdasco, ein Liebling unserer Tennisredaktion und ein Spieler welcher viel mehr Turniere gewinnen müsste und das Potential dazu hätte, hielt dagegen und zeigte wie viel Druck er mit seiner Rückhand aufbauen kann und wie gut er beim Service variieren kann. Es handelte sich schlussendlich um ein paar wenige Punkte und schon war der erste Satz zu seinen Gunsten entschieden. Im zweiten Satz gab Murray grundsätzlich erneut den Ton an und Verdasco versuchte einfach dran zu bleiben. Dies gelang, Murray machte ein paar unnötige Fehler auf seiner Rückhand und schon stand es, zum entsetzen alle Briten, zwei zu null in Sätzen für Verdasco.

 

Man weiss, dass Murray ein Kämpfer ist und das man ihn nicht mehr ins Spiel kommen lassen darf. Dies gelang Verdasco leider nicht und er machte ein paar Fehler mehr und erzeugte nicht mehr so viel Druck in seinem Spiel. Der zweite Aufschlag von Murray wurde etwas weniger angegriffen und schon war es vorbei mit der Herrlichkeit für den Spanier. Im dritten Satz zeigte Murray, dass er der bessere Mann auf dem Platz ist und er gewann diesen klar mit 6:1. Murray war zurück und mit ihm das Publikum. Sehr zum Unmut von Verdasco, der sich beim Schiedsrichter beschwerte und dieser musste das royale Publikum von Wimbledon anhalten, während den Ballwechseln, leise zu sein. Einfacher gesagt als getan, denn die Emotionen gingen hoch und auch vor dem Stadion, beim früheren Henman Hill und heutigen Murray Mountain, waren die Fans wieder erwacht. Man glaubte jetzt an den fünften Satz und an den Sieg.

 

Murray kämpfte heute erneut für eine ganze Nation und verstand es diese zu verzaubern. Er gewann den vierten und auch den fünften Satz obwohl er vor allem in der Mitte des fünften Satzes eine heikle Situation zu überstehen hatte, als Verdasco einen Break sehr nahe war. Murray rettete sich in einen long-set und schaffte seinerseits das Break mit der allerletzten Möglichkeit. Sein Aufschlagsspiel zum 7:5 war dann ein Genuss und eine riesige Genugtuung und Erleichterung für Andy Murray. Er hat nach wie vor die Möglichkeit sein Wimbledon-Turnier zu gewinnen.

 

Er trifft nun auf den Polen Jerzy Janowicz der im rein polnischen Viertelfinal Lukas Kubot mit 7:5, 6:4, 6:4 bezwingt und zum ersten Mal in den Halbfinal eines Grand Slam Turniers einzieht. Die beiden Landsmänner umarmten sich nach dem Spiel minutenlang und es kam zu einer Szene die neu ist auf dem Tenniscourt und sich vielleicht zu einem Trend entwickeln könnte. Die beiden Polen tauschten nach dem Spiel ihr Leibchen. Sie können zu Hause dann immer noch mit einem wasserfesten Stift den Namen des anderen darauf schreiben und es ungewaschen an die Wand hängen. Der über zwei Meter grosse Hüne Janowicz wird für Murray aber bestimmt eine GROSSE Hürde werden und Wimbledon ist der ideale Platz für einen Aufschläger und Angreifer wie ihn. Ein Finaleinzug wäre eine riesen Sensation aber durchaus möglich und wenn man in einem Final steht, kann alles passieren.

 

Bei den anderen beiden Viertelfinal Partien standen sich vier Top 10 Spieler gegenüber und boten einen Tennis Leckerbissen nach dem anderen. Am stärksten einzustufen ist nach wie vor die unangefochtene Nummer 1 der Welt Novak Djokovic. Er bezwang Tomas Berdych mit 7:6(5), 6:4, 6:3 und steht erneut im Halbfinal von Wimbledon. Dort trifft er auf den Argentinier Juan Martin del Potro der wiederum und etwas überraschend dem Spanier David Ferrer keine Chance liess und glatt mit 6:2, 6:4, 7:6(5) gewann. Wir freuen uns auf die Halbfinals Djokovic gegen del Potro und Murray gegen Janowicz und werden euch mit unserem Live-Ticker bei jedem Punkt begleiten. Stay tuned!

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